Er wählt Fichte wie ein Gärtner Samen: langsam, kundig, beherzt. In einer Stadt am Alpenrand liegt sein Atelier, leise durchweht von Kolophonium. Er zeigt, wie eine Decke klingt, bevor sie Stimme wird, wie winzige Hobel Späne zeichnen, die an Schneeflocken erinnern. Eine Viertelumdrehung an der Wirbelbox, ein Lächeln. Hier lernt man, dass Klang aus Stille geerntet wird, und dass Zuhören die edelste Form der Beteiligung sein kann.
Ihr Ofen sammelt Himmelszeiten. Sie mischt lokale Tone, streut Sand vom Strand, bäckt Formen, die an gesteckte Bojen erinnern. An Regentagen ritzt sie Sterne in Schalen, an Windtagen glättet sie Kanten, bis die Oberfläche atmet. Besucher dürfen Fehlerstücke anfassen, lernen die Schönheit einer ungeraden Lippe. Wenn der Ofen aufspringt, entscheidet Hitze, und sie nickt. Jede Serie birgt Überraschungen, wie Tage auf Reisen: ähnlich, doch nie gleich.
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